Entscheidungsunterstützung beschreibt den Einsatz von Informationen, Analysen oder KI-Systemen, um menschliche Entscheidungen vorzubereiten, zu strukturieren oder fachlich einzuordnen. Die Entscheidung selbst bleibt bei den verantwortlichen Menschen.

Kurz erklärt

Entscheidungsunterstützung bedeutet, dass ein System Informationen aufbereitet, Muster sichtbar macht oder Optionen vorschlägt, damit Menschen eine Entscheidung besser vorbereiten können.

Im KI-Kontext kann das zum Beispiel eine Zusammenfassung, eine Priorisierung, ein Hinweis auf Risiken oder ein Vorschlag für nächste Schritte sein.

Wichtig ist: Entscheidungsunterstützung ersetzt keine fachliche Verantwortung. Sie liefert Impulse, die geprüft und eingeordnet werden müssen.

Warum ist das für soziale Organisationen wichtig?

Soziale Organisationen treffen häufig Entscheidungen, die Menschen unmittelbar betreffen. Deshalb dürfen KI-Ergebnisse nicht ungeprüft zur Grundlage fachlicher Entscheidungen werden.

Entscheidungsunterstützung kann hilfreich sein, wenn Informationen umfangreich sind, Dokumentationen ausgewertet oder Handlungsoptionen vorbereitet werden müssen.

Damit der Einsatz verantwortbar bleibt, braucht es klare Grenzen, menschliche Aufsicht und nachvollziehbare Kriterien.

Typisches Missverständnis

Ein häufiges Missverständnis ist, dass Entscheidungsunterstützung bereits eine automatisierte Entscheidung sei.

Tatsächlich geht es bei Entscheidungsunterstützung darum, menschliche Urteilsbildung zu ergänzen. Die fachliche Bewertung, Abwägung und Verantwortung verbleiben bei den zuständigen Personen.

Gerade in sensiblen Kontexten sollte klar dokumentiert sein, welche Rolle ein KI-System im Entscheidungsprozess spielt.

Beispiel aus der Praxis

Eine Fachkraft nutzt ein KI-Tool, um umfangreiche Fallnotizen nach Themen zu sortieren und offene Fragen für ein Teamgespräch vorzubereiten.

Das Tool liefert eine strukturierte Uebersicht. Die Fachkraft prüft die Ergebnisse, ergänzt fachliche Einschätzungen und entscheidet gemeinsam mit dem Team ?ber das weitere Vorgehen.

Die KI unterstützt die Vorbereitung, trifft aber keine Entscheidung ?ber die betroffene Person.

Was sollten Leitungen beachten?

  • Einsatzbereiche für Entscheidungsunterstützung klar beschreiben.
  • Festlegen, welche Entscheidungen nicht durch KI vorbereitet oder beeinflusst werden dürfen.
  • Menschliche Prüfung und Verantwortung verbindlich regeln.
  • KI-Ergebnisse als Hinweise und nicht als abschliessende Bewertung behandeln.
  • Risiken für Fairness, Datenschutz und fachliche Qualität prüfen.

Verwandte Begriffe

Passendes Angebot

Sie möchten aus Begriffen konkrete KI-Leitplanken für Ihre Organisation machen? Das KI-Leitplanken-System bündelt Orientierung, Teamklärung, strukturierten Einstieg und Mitarbeiterschulung für soziale Einrichtungen.

Transparenzhinweis

Dieser Glossarbegriff wurde fachlich von Simon Kern erstellt und redaktionell verantwortet. KI kann unterstützend bei Strukturierung oder Formulierung eingesetzt worden sein. Die Prüfung und Verantwortung liegen bei Simon Kern.

Hinweis zu Rechts- und Datenschutzfragen

Dieser Glossarbegriff dient der fachlichen Orientierung und stellt keine Rechtsberatung, keine verbindliche Datenschutzberatung und keine Einzelfallbewertung dar. Je nach Organisation, Tool und Anwendungsfall kann eine individuelle Prüfung erforderlich sein.